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Porträt

BIW#20 // Himmelbeet

Öffentlicher Raum Gemeinschaftsgärten

von Tanja Büttner - 23 August 2017

Hast du schon mal Tomaten oder Basilikum selbst angepflanzt? Sozusagen den Weg deiner Lebensmittel vom Saatkorn bis zum Teller mitverfolgt? Du solltest es auf jeden Fall einmal ausprobieren. Im interkulturellen Gemeinschaftsgarten Himmelbeet ist das - und noch vieles mehr - mitten in der Hauptstadt möglich.

Einfach mal entspannt durch einen Garten schlendern, etwas Salat ernten, noch eine leckeres Öl einkaufen und zurück in den städtischen Alltag einkehren. So, oder so ähnlich kann ein Besuch im Gemeinschaftsgarten Himmelbeet am Leopoldplatz aussehen. Als Grüne Oase in der Stadt ist das Himmelbeet Treffpunkt für Eltern mit Kindern, junge Leute, Kinder aus der Nachbarschaft, sowie Garten- und Gemüseliebhaber.

Seit Frühling 2013 wächst das Himmelbeet an seinem heutigen Platz. Eigentlich war es in der Planung von 2012 so angedacht, dass das Himmelbeet auf dem Dach des Parkhauses des Schillercenters angelegt wird – daher auch der himmlische Name. Kurzfristig war dies allerdings nicht möglich und das Himmelbeet fand die Fläche am Leopoldplatz im Wedding. Anfangs gärtnerten die Himmelbeetler auf absoluter Freiwilligenbasis, doch jetzt gibt es im Team neben Praktikanten auch bezahlte Stellen. Und natürlich die Berliner Hobbygärtner*innen! Jeder kann nach Belieben mitmachen.

Von verschiedenen Gemüsesorten über mediterrane Kräuter und Beeren bis hin zu Blumen, die man als Gewürze oder Heilpflanzen verwenden kann, findet sich im Himmelbett alles, was das Bio-Gärtnerherz höher schlagen lässt. Verwendet wird biologisches Saatgut von bevorzugt alten und seltenen Sorten, um diese wieder auf den Speiseplan der Berliner zu bringen. Die Ausbeute in diesem Jahr: Kartoffeln, Grünkohl, verschiedene Blattsalate, Bohnen, Erbsen, Tomaten, Liebstöckel, blauer Kohlrabi, schwarzer Kohl, roter Mangold, Topinambur und und und. In den Gemeinschaftsbeeten kann dann nach Bedarf geerntet werden. Frischer geht es nicht! Passende Öle oder Pestos und sogar Honig, sowie kalte Getränke und leckere Snack-Kreationen aus dem Garten gibt es außerdem im garteneigenen Café.

Sähen, hochziehen, verziehen, pflegen, düngen und im Herbst abernten und winterfest machen - das ganze Jahr über gibt es etwas zu tun. Wer selber gärtnern möchte, kann sich am Anfang eines jeden Jahres auf eines der gefragten Pachtbeete bewerben. Für 20 Gemeinschaftsstunden – Unterstützung bei Festen oder Dingen, wie Wäsche waschen – ist ein solches Beet zu haben. Beim tuml Workshop (Teilhabe und Mitbestimmung Leben) kann man dazu erlernen, wie man frisches Gemüse und frische Kräuter in der Großstadt anpflanzt und wie das Ganze aussehen muss. Zusätzlich steht auch noch basteln, bauen und kochen mit den frischen Zutaten auf dem Plan.

Neben dem Pflanzen und Ernten finden im Himmelbeet auch Veranstaltungen statt. Diese sind offen für alle und ohne Eintritt. So kann man beim Backtag Brot frisch im Lehmofen selber backen und auf Festen, zum Beispiel gemeinsam mit Cooking für Peace und Geflüchteten, kochen.

Ein wichtiges Thema ist derzeit die Flächenfrage. Ein anderes soziales Projekt hat ebenfalls einen Antrag auf Nutzung des eigentlich als Sportfläche ausgeschriebenen Geländes gestellt. Der Verein für Jugendfußball Amandla e.V. möchte ein Sport Hub zur Jugendsportförderung errichten, welches der benachbarten Schule auch also Turnhalle dienen soll. Das Himmelbeet strebt deshalb eine gemeinsame Lösung und Nutzung an. Durch eine bauliche Kooperation könnten alle sozialen Projekte Platz haben. Und so sollte es auch sein. Ob nebeneinander oder übereinander.

Das Himmelbeet ist einer der wenigen Stadtgärten Berlins. Antworten auf die Fragen, was Stadt eigentlich ist und was in solch einer Platz hat, lassen sich hier finden. Wie der Kohlrabi und der Mangold können auch wir im Himmelbeet zusammen wachsen.

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