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Wie man den fossilen Energiekonzernen den Geldhahn zudreht

von David Dicke
Themen Energie Erneuerbare Energien Klimaschutz Wirtschaft
3 Mai 2017

Die Kampagne Fossil-Free veranstaltet die globale Divestment Mobilisierung vom 5. bis 13. Mai. Trotz ihres beeindruckenden Erfolgs im Kampf gegen klimaschädliche Geldanlagen im letzten Jahr in Berlin, ruhen sich die Aktivisten keineswegs aus und laden jetzt zu einem spannenden und vielfältigen Programm.

Seit dem Übereinkommen von Paris im Dezember 2015 wurden neue Hoffnungen in die Eindämmung der globalen Erwärmung gelegt. Eine vertragliche Einigung und Verpflichtung von 175 Staaten die Erwärmung durch gezielte Maßnahmen zu begrenzen wurde schon als historischer Erfolg gefeiert. Doch Papier ist geduldig, die bedrohten Lebensräume unserer Erde nicht. Die Euphorie um die vertragliche Zusicherung von Maßnahmen muss nun mit Taten gerechtfertigt werden. Nach der Ausarbeitung von Klimaschutzplänen steht mit der praktischen Umsetzung die Reifeprüfung an, die zeigen wird, ob das Abkommen auch hält, was es verspricht.

Auf vielen Ebenen sollen staatlich geförderte, technologische Maßnahmen den Treibhausgasausstoß verringern. Gleichzeitig sollen die nicht mehr vermeidbaren nachteiligen Auswirkungen durch Anpassungsmaßnahmen eingedämmt werden und auch die globalen Finanzströme diesen Zielen untergeordnet werden. Die global agierende Klimaschutzorganisation 350.org hat zur Förderung des letztgenannten Ziels die Divestment-Kampagne Fossil-Free gegründet. Dabei fordert sie seit 2012 private und öffentliche Großinvestoren, wie Kirchen, Pensionsfonds, Versicherungen, Banken, Städte, Länder und Stiftungen zum Divestment auf, was heißt, dass sie ihr investiertes Vermögen von Anlagen in den Wirtschaftsbereichen der fossilen Energieträger Kohle, Öl und Gas abziehen und alternativ anlegen sollen. Wenn mit den Anlagen die finanzielle Unterstützung zunehmend entzogen wird, werden die mächtigen Konzerne der fossilen Energiewirtschaft geschwächt, deren Lobbyarbeit auch durch die öffentlichkeitswirksamen Kampagnen erschwert und zuletzt die Profite durch Geldanlagen von Großinvestoren in Einklang gebracht mit Klimaschutzanstrengungen in der Realwirtschaft (Mobilität, Energieversorgung, Produktion).

Der beeindruckende Erfolg von Berlin

Die in den USA gegründete Initiative ist seit einigen Jahren auch in Deutschland und Berlin aktiv. Ihre Kampagne konnte im letzten Jahr einen tollen Erfolg feiern: Die Fraktionen des Berliner Abgeordnetenhauses votierten einstimmig für ein Gesetz zum Divestment des 750 Millionen Euro umfassenden Pensionsfonds der Stadt. Es soll nun von einem Finanzdienstleister ein ethischer Aktienindex entwickelt werden, der auch auf Investitionen in Atomenergie und Waffenindustrie verzichtet. Nachdem die Organisatoren der Fossil-Free-Berlin Kampagne diese politische Wende erreicht hatten, sind sie jedoch keineswegs arbeitslos geworden. Sie wollen den Prozess des Divestment weiterhin begleiten und dem Senat beim etablieren des ethischen „Berliner Index“ genau auf die Finger schauen. Zudem haben sie einen weiteren Großinvestor mit Hauptsitz in Berlin ins Visier genommen: Die deutsche Bahn soll von einer klimafreundlichen Anlagestrategie überzeugt werden. Doch ein wichtiges Ziel der Kampagne ist auch die generelle Sensibilisierung der Menschheit für das Thema Divestment. Je mehr Mitbürger ein Verzicht auf Investitionen in fossile Energieträger fordern, desto größer wird der Handlungsdruck auf die Großanleger. Zu diesem Ziel ist die globale Divestment Mobilisierung das Mittel der Stunde.

Mitmachen bei der globalen Divestment Mobilisierung in Berlin

Über 30 Länder auf allen Kontinenten haben sich der Mobilisierung angeschlossen. In Berlin werden die Tage mit einem Filmscreening am 5. Mai eröffnet. Gezeigt wird zunächst der englischsprachige Kurzfilm „Before the flood“ von Saleem Nasir Gondal über Idealismus in Krisenzeiten und danach der mehrsprachige, Englisch untertitelte Hauptfilm „Beyond the red lines“ des Kollektivs Cine Rebelde über Klima-Aktivisten und Initiativen rund um den Weltklimagipfel 2015.
Am 6. Mai findet dann ein Workshop über Divestment-Kampagnen im Prinzessinnengarten statt. Mit dem zweiten Workshop zum Thema „Trump und Klimapolitik“ im Bildungswerk der Heinrich Böll Stiftung wird es am 8. Mai konkreter und kontroverser.
Nach diesen vielfältigen, informierenden und bildenden Veranstaltungen erhofft sich Fossil Free Berlin bei der abschließenden Demonstration unter dem internationalen Motto „Break free from fossil fuels“ am 13. Mai vor dem Brandenburger Tor natürlich eine hohe Teilnehmerzahl und auch wir würden uns mit ihnen über einen erfolgreichen Abschluss der globalen Divestment Mobilisierung freuen.

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