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Das Baumhaus feiert seine Eröffnung drei Wochen lang: willkommen zum Emergent!

von Lena A
Themen Bildung Commons Kultur DIY
22 August 2016

Das Emergent Festival ist eines der größten Sommerfeste in Berlin für nachhaltige Entwicklung. Dieses Jahr erweitert Gastgeber*in das Baumhaus im Wedding die Veranstaltung auf satte drei Wochen – und das Programm kann sich wirklich sehen lassen. Vom 23. September bis 16. Oktober 2016 treffen sich „Weltverbesser*innen“ zum Diskutieren, Ästhetisieren und Tanzen. Das Emergent ist das Gipfeltreffen zukünftiger „Superheros“ mitten in Berlin und die Plattform zum Vernetzen. Und Ideenaustausch zwischen Wissenschaft und Zivilgesellschaft.

„Wie können wir unterstützen? Was sind die nächsten Schritte, die wir machen können?“ Im September ist es wieder so weit: Visionär*innen aus Kunst & Kultur, Sozialem, Ökologie und Ökonomie arbeiten mit versammelten Kräften an Ideen für ein gutes Leben und nebenher an ihrer persönlichen Trinkfestigkeit. Das Festival ist eines dieser gut durchstrukturierten Kongresse, die auch noch Spaß machen – sehr rar. Entgegen der stickigen und düsteren Atmosphäre eines kahlen Debattenraums öffnet das Indoor- Baumhaus, das bis dahin ordentlich an der Inneneinrichtung ackert, erstmalig längerfristig seine Türen. Zum Auftaktwochenende begeben sich alte und neue Gesichter zusätzlich in die Räume des Artloft, wo ein „Baumhaus-bezogenes Barcamp“ stattfindet. Am 24. & 25.09.2016 trommelt das Baumhaus ganz viele Leute aus dem Netzwerk und darüber hinaus zusammen, die darüber reden, was im Baumhaus passieren soll – „Untertitel: Emerging Baumhaus“, erzählt Karen Wohlert, Mitbegründern des Baumhaus und Organisatorin des Emergent Berlin. Dorthin kommen Leute, die zeigen, was sie im Baumhaus vorhaben: „was passiert schon im Baumhaus?“ und welche, die sich fragen „was könnte dort passieren?“, und sicherlich Antworten finden.

Die Gründer*innen des Baumhaus verstehen nachhaltige Entwicklung als sechsdimensionales Konzept: PEACES nennt sich das dann. Dahinter stehen die Begriffe „Personal, Ecological, Aesthetical, Cultural, Economical und Social“. Es gäbe so viel Information da draußen, sagt Scott Bolden, Mitbegründer des Baumhaus, dass neben dem Austausch, der für Scott ganz klar geldfrei stattfindet, das schlichte Dasein die besondere Realität des Moments sei. Das macht die Organisation und folglich die gute Balance des Emergent Berlin aus. „Menschen wollen Gemeinschaft“, versichert mir Scott und albert dabei, ganz idyllisch, mit seiner Tochter auf dem Sofa herum. Waffen, Autos, Reichtum hin oder her. Kunst & Design seien für Nachhaltigkeit und Gemeinschaft wichtige Werkzeuge, so Scott.

Eine ziemlich einfache und äußerst wirksame Idee, die auch auf dem Emergent Festival großen Anklang findet, ist die Open Greeting Zone. Ausgewiesene Flächen auf dem Festgelände dienen dazu, dass Fremde sich ohne Scham oder Angst, den Knigge zu verletzen, verbal begegnen können und „umrahmen damit soziale Gegebenheiten“. Ähnlich magisch ist die Oase, die auf dem letzten Emergent Festival „- ausatmen – auftanken – fühlen – erzählen ­- begegnen – Augen schließen -­ eintauchen – austauschen ­- hören – ankommen“ ließ. Schuhe aus, Tee trinken und „let the magic happen“. Auch in 2016 begleiten Meditation, Singen und Bewegung die Konferenz.

Dieses Jahr soll es auf dem Emergent inhaltlich noch tiefer gehen, Resultate der letzten zwei Jahre genutzt und Richtung Zukunft ausgerichtet werden. Das Festival ist in zwei grundsätzliche To-Dos gegliedert: In den drei Wochen ist von morgens bis 16 Uhr „praktisches Bauen im Baumhaus“ angesagt, mit Workshops zur Weiterentwicklung des Baumhaus und malen, dekorieren und bauen was das Zeug hält. Konkret finden spannende Workshops wie Basteln mit Mosaik und Stühle aus Tetrapack statt. Im Anschluss wird’s’ „verkopfter“, wie Karen gern sagt, in Vorträgen und ähnlichem Programm.

Das erste Wochenende dreht sich schwerpunkttechnisch um Fortschritt in punkto Nachhaltigkeitsinitiativen: Samstag auf Stadtebene mit großem Abendessen und Party; Sonntag geht’s runter auf die lokale Ebene – Wedding. Bei einem Brunch kommt die Nachbarschaft zusammen, bestehende Projekte diskutieren mit Interessierten „was steht im Wedding an?“. „ Dieses Jahr versuchen wir, mehr Gespräch und Austausch reinzubringen, was in Berlin passieren soll, zusammen mit allen Inis“, sich eine Zukunft malen sozusagen. Deshalb reduzieren sich auch die insgesamt sechs Tage Projektvorstellung, verteilt auf freitags und sonntags, auf einen jeweils zweiminütigen „Pitch“ und anschließender Öffnung gegenüber mehr Diskussion.

Das Programmdach gibt PEACES vor. Samstag der 30.09. stellt den persönlichen Wandel in den Vordergrund, Forschungsinstitute referieren über „nachhaltiges Mindest“, zum Beispiel fragend „was kann mindfulness für die Transformation von Nachhaltigkeit bedeuten?“ Der erste Sonntag ist Tag der Ökologie, Thementag Klimawandel. Am zweiten Wochenende stehen Kunst und Nachhaltigkeit mit Vorträgen und Workshops im Fokus, eingeleitet von Freitag dem 07.09. durch das „Ästhetische“. Sonntag dann Thema Kultur, Schwerpunkt Geflüchtete. Am letzten Freitag Letzter lokale Projekte, die sich dem Tag „ökonomisch“ zuordnen, um dann fließend in den Samstag der Ökonomie mit den Stichworten Postwachstum, Kreislaufwirtschaft und Commons überzulaufen. Abschließend geht’s am letzten Sonntag um die Stadt, so schließt sich dann der Kreis für eine vielversprechende Festivalagenda.

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