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Ernährungsrat entwickelt Ernährungsstrategie für Berlin

von Nina Prehm
Themen Gesellschaft Lebensmittel und Ernährung
10 April 2018

Regionale Wirtschaftskreisläufe schaffen, weniger Lebensmittelverschwendung in der Stadt oder Ernährung als Bildungsthema etablieren. Mit dem Papier „Ernährungsdemokratie für Berlin!“ hat der Berliner Ernährungsrat konkrete Forderungen an den Senat vorgelegt. Für ein demokratisches und zukunftsfähiges Ernährungssystem in der Stadt Berlin.

Der Ernährungsrat ist ein zivilgesellschaftliches Bündnis, das sich für die ökologisch nachhaltige und sozial gerechte Nahrungsproduktion im Raum Berlin einsetzt. Vom Berliner Senat fordert er ein ganzheitliches Ernährungssystem und hat dafür ein Strategiepapier veröffentlicht. „Das Land Berlin hat sich im Koalitionsvertrag dazu verpflichtet, eine nachhaltige und faire Ernährungsstrategie zu entwickeln, erklärt Lea Kliem, eine der Sprecher/innen des Ernährungsrates. „In unserem Papier haben wir unsere Vision von einem nachhaltigen Ernährungssystem in umsetzbare Maßnahmen und Handlungsrichtlinien herunter gebrochen.“

Bio-Produkte in Berlin für alle

„Ziel ist es unteranderem, regionale Strukturen und Wirtschaftskreisläufe aufzubauen und zu stärken, die sich auf eine entsprechend reformierte lokale Land- und Lebensmittelwirtschaft stützen und Arbeitsplätze dauerhaft vor Ort ansiedeln “, erklärt Lea Kliem. Also eine regionale Versorgung mit Bio-Produkten in Berlin für alle. „Kernstück des Wandels soll die konsequente Relokalisierung der Berliner Nahrungsversorgung werden. Faire Marktstrukturen, vielfältige Versorgung, vorbildliche städtische Gemeinschaftsverpflegung, ernährungspraktische Bildung vom Acker bis zum Teller, LebensMittelPunkte in einer essbaren Stadt Berlin, nicht zuletzt die koordinierte Zusammenarbeit von Bezirken, Senat, Umland und Bürger/innen und anderes mehr müssen dazukommen“, schreibt es der Ernährungsrat in seinem Papier. Ernährung sei ein Querschnittsthema, so Lea Kliem. Daher umfassen die neun Themenfelder der Forderungen an den Senat auch Bereiche wie Bildung und Forschungsförderung. Der Ernährungsrat fordert im Strategiepapier:

  • Regionale Bio-Erzeugung fördern
  • Regionale Weiterverarbeitung, Logistik und Lagerung aufbauen
  • Vielfältige Versorgungsstrukturen fördern und entwickeln
  • Lebensmittel restlos verwerten, Verpackung sparen
  • Die essbare Stadt Berlin schaffen: Mehr Flächen für das Essen, die ökologisch bewirtschaftet werden, Nutzpflanzen als Teil von Begrünung
  • Förderprogramme und ein Innovationscampus Ernährungswende, der nachhaltige Esskultur und –wirtschaft fördert
  • Städtische Gemeinschaftsverpflegung soll ökologisch und fair werden
  • Bildung: Ernährungspraktisches Lernen für alle
  • Koordinierte Zusammenarbeit zwischen Bezirken, Senat und Umland, gemeinsam mit den Bürger/innen

Großes Potenzial beim Thema Ernährung

„Ernährung als Querschnittsthema liefert großes Potenzial: Es knüpft an zahlreiche ökologische und soziale urbane Problemfelder an und muss daher ganzheitlich gedacht und in den verschiedenen Ressorts der Stadtverwaltung umfassender betrachten werden“, sagt Lea Kliem. Die Entwicklung einer ganzheitlichen Ernährungsstrategie könnte ein wichtiger Schritt in diese Richtung sein. In regelmäßigen Lobbygesprächen und Dialogforen auf Senats- und Bezirksebene bringt sich der Ernährungsrat Berlin konstruktiv in die Weiterentwicklung lokaler Ernährungspolitik ein. Im Berliner Doppelhaushalt 2018/2019 sind bereits knapp eine Millionen Euro für den Aufbau eines an das Kopenhagener „House of Food“ angelehnte Modellprojekt, sowie die Entwicklung der Ernährungsstrategie eingestellt. Zusätzlich plant der Senat, eine Referentenstelle für Ernährungspolitik zu schaffen.

Hier geht es zum Forderungskatalog (PDF 940kB)

Titelbild
Autor: Ernährungsrat Berlin

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