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Porträt

BIW#1 // Cradle to Cradle e.V. Regionalgruppe Berlin

Produktdesign Abfall Circular Economy

von Alexandre Schütze - 9 August 2016

Der Cradle to Cradle e.V. macht Öffentlichkeitsarbeit, bildet und vernetzt zugunsten des Innovationskonzeptes „Cradle to Cradle“ – einem Konzept, das für kontinuierliche Materialkreisläufe und gesunde Materialien steht. Mit über 300 Aktiven bundesweit ist der Verein in Regionalgruppen strukturiert. Näheres über die Regionalgruppe Berlin erzählt uns ihr Sprecher Johannes Stiglmair in unserem ersten Videointerview.

„Eine Welt ohne Müll“ und „positiver Fußabdruck“ - die Begriffe des Cradle to Cradle (C2C) wirken oft plakativ. Vielleicht liegt es daran, dass einer der Vordenker des Konzepts, der Deutsche Michael Braungart, seine Thesen gerne provozierend erklärt. Er betont immer wieder, dass Nachhaltigkeit im besten Fall ein langweiliger Begriff ist und im schlimmsten Fall dazu führt, zu denken, dass „die Welt besser wäre, wenn wir gar nicht da wären“.

Aber begeistern sich Johannes Stiglmair, Berliner Student der Gebäudetechnik, und die weiteren 300 Aktiven des Vereins nur für gute Werbeslogans? Hinter dem C2C Konzept (übersetzt „von der Wiege zur Wiege“) steht einiges mehr und zwar über zwei Jahrzehnte Theorie, Forschung und Entwicklung. Alles mit einem Ziel: Einen völlig anderen Umgang mit Ressourcen und Stoffströmen zu erreichen und den Weg zum ganzheitlich intelligenten Produktdesign aufzuzeigen.

Zwei Kreisläufe: biologisch und technisch

Mit dem Grundgedanken „Es gibt keinen Abfall, sondern nur Ressourcen an der falschen Stelle“, definiert das Konzept neue Ansätze für geschlossene Stoffkreisläufe. So bleiben Materialien als Nährstoffe innerhalb von zwei unterschiedlichen Kreisläufen nützlich.

Im biologischen Kreislauf werden ausschließlich Stoffe verwendet, die sich am Ende ihrer Nutzung biologisch abbauen können. Jedes Material, das sich durch die Benutzung verschleißt oder verbraucht und damit in die Umwelt gelangt, wie zum Beispiel der Gummi einer Schuhsohle, muss im biologischen Kreislauf geführt werden. Innerhalb des technischen Kreislaufs werden alle Materialien so verwendet, dass sie nach der Nutzung sortenrein getrennt und vollständig wiederverwendet werden können. Dies könnten Kupferdrähte in einem Windkraftwerk oder die Kunststoffteile eines Bürostuhls sein.

Umfassende Qualität

Und wenn man Produkte für ewige Stoffkreisläufe konzipiert, sollte man dabei auch darauf achten, sie zu 100% gesundheits- und umweltverträglich zu gestalten. In diesem besonderen Punkt unterscheidet sich C2C von anderen Konzepten der Circular Economy, des Recyclings und Upcyclings: zusätzlich zu einer schlauen demontage-freudigen Kombination von Rohstoffen, wird bei der Herstellung eines Produktes auf die Qualität der Materialen geachtet, um letztendlich wertvolle und positiv definierte Produkte zu schaffen, die man mit einem guten Gefühl verwenden kann.

Vereinsgründung im Jahr 2012

Seit Anfang der 1990er Jahre wird dieses Konzept von einigen Forschern, später auch von innovativen Unternehmen, getragen. Im Jahr 2012 gründete sich der C2C-Verein und bringt mit seinem Wirken das Konzept in die Mitte der Gesellschaft. Ziel ist es, C2C für die Öffentlichkeit, die Politik und die Verbraucher (selbst)verständlich zu machen.

Ein Höhepunkt in der Vereinsarbeit ist der seit 2014 jährlich stattfindende C2C-Kongress in Lüneburg. Auch dieses Jahr kommen am 23. September hier wieder Expert*innen, Interessierte und Aktive zusammen, um sich auszutauschen.

C2C in der Hauptstadt

Am ersten Kongress vor zwei Jahren nahmen einige Berliner, darunter auch Johannes, teil. Begeistert von dem Tag, wollten sie sich mit dem C2C-Konzept weiter beschäftigen und sich im Verein engagieren. Noch auf dem Kongress wurde die Berliner Regionalgruppe gegründet und Johannes Stiglmair zu ihrem Sprecher gewählt. So schnell geht es manchmal!

Mittlerweile treffen sich 10 bis 20 Berliner mindestens alle zwei Wochen, organisieren Exkursionen, laden externe Referenten zu sich ein und betreiben vor allem Öffentlichkeitsarbeit in der Hauptstadt: Auf dem Umweltfestival, bei den OSCE Days, zum Heldenmarkt oder an Unis und Hochschulen, wo sie als Sprachrohr des Vereins und des Konzepts immer wieder angefragt werden.

Positivbeispiele aufzeigen

Der Cradle to Cradle e.V. und imWandel teilen sich einiges: ein gemeinsames Interesse für positive Beispiele und inspirierende Alternativen, aber auch die Räume in der Jagowstraße 12 und einige Vereinsmitglieder. Ein Treffen der C2C-Regionalgruppe im Juni 2015 bat die allererste Gelegenheit für imWandel Gründer Luca Asperius einen Vortrag in Deutschland über Italia Che Cambia zu halten. Daher ist es für uns heute selbstverständlich, dass dieser Verein in den ersten Videos von Berlin im Wandel vorgestellt wird.

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