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Porträt

BIW#25 // Studio Ansage

Bildung Kultur Nachbarschaft

von Alexander Wenzel - 10 Oktober 2018

Aus dem Studio in einem ehemals besetzten Haus in Friedrichshain berichtet ein freies Radio über Aktuelles aus Kunst, Kultur und Kiez. Und das nichtkommerziell und basisdemokratisch – für alle zum Mitmachen.

An interessanten Projekten und Initiativen mangelt es in Berlin nicht. Eher an Aufmerksamkeit – nur wenige Medien berichten über all die kleinen, aber wichtigen, lokalen Bemühungen. Das Studio Ansage tut dies – und zwar mittlerweile schon seit über zehn Jahren.

„Uns geht es darum, dass lokale Akteure, Leute, die hier was für die Stadt tun, für die Umwelt tun – für das ganze sozial-ökologische Gebilde – oder auf etwas aufmerksam machen, dass die ein Sprachrohr haben“, sagt Studio Ansage-Gründer Andreas Baier, genannt „AB“.

Dabei bringt das ehrenamtlich arbeitende Team nicht nur selbst Themen ins Radio, sondern versteht sich auch als Mitmach-Radio: Leute können ins Studio kommen und ihr Projekt vorstellen. „Bei uns kommt man schneller und länger ans Mikrofon als bei jedem anderen Sender, den es hier in Berlin und bundesweit gibt“, betont AB. Und auch was die Musik angeht, spielt der freie Radiosender vor allem lokale und noch wenig bekannte Künstler. Denn statt von möglichst vielen Leuten gehört zu werden, wolle man lieber „eine Gegenöffentlichkeit machen“.

Und das mitten aus Friedrichshain: gesendet wird seit 2005 aus dem Erdgeschoss des ehemals besetzten und jetzt einer Genossenschaft gehörenden Wohnhauses in der Kreutziger Straße 23. Da die Hausgemeinschaft daran interessiert ist, dass die Räumlichkeiten von sozialen Projekten genutzt werden, muss das Studio Ansage zum Glück keine Miete bezahlen. Denn als freies Radio ist es auf Spenden angewiesen – Werbung darf keine gesendet werden. Die Medienanstalt Berlin-Brandenburg bezahlt die Sendefrequenz, alles andere, zum Beispiel die ganze Technik, muss die Gruppe aus eigener Tasche bezahlen. Jeder, der mitmachen will, zahlt deshalb auch einen geringen monatlichen Mitgliedsbeitrag.

Immer Mittwoch, 6–1 Uhr

Zuerst im offenen Kanal, ist das Studio Ansage jetzt seit einigen Jahren auf den Frequenzen 88,4 MHz (Berlin) und 90,7 MHz (Potsdam) zu empfangen. Was laut AB mehr Sendezeit und auch Entscheidungsfreiheit bedeutet. Seit 2016 sendet das Studio Ansage zudem im sogenannten Pi-Radio-Verbund zusammen mit den anderen freien Radios in Berlin und Potsdam fünf Tage die Woche, von 6 bis 1 Uhr: Montags sendet das Freie Radio Potsdam (frrapó), dienstags Colaboradio, Mittwoch ist Studio Ansage-Tag, Donnerstag und Freitag sendet Pi Radio. Großer Wunsch, so AB, ist es jedoch, irgendwann 24 Stunden rund um die Uhr senden zu können. Ein mobiles Studio hingegen hat das Studio Ansage-Team jetzt schon. Und berichtet damit regelmäßig live von Projekten und Kiezfesten, so zum Beispiel vom Suppe & Mucke-Straßenfest. Der Dialog mit den ZuhörerInnen gebe dann „einen besonderen Kick".

Man könnte fast sagen, dass der Wandel Programm ist in ABs Leben: gelernter Fotograf, Hausbesetzer in den 80ern, Mauerfall, jetzt Sendetechniker bei Radioeins und Radiomacher. Das Studio Ansage trägt seiner Meinung nach "vermittelnd" zum Wandel bei: die Leute können erzählen, was sie machen, andere hören das oder treffen sogar manchmal im Studio aufeinander. Das Studio Ansage – "ein Schnittpunkt, der was zusammenbringt".

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