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Kotti Paten: Kiezfreundschaften und Lernpatenschaften

von Victoria Scherff
Themen Gesellschaft Soziales
19 Dezember 2016

Das Kreuzberger Projekt „Kotti Paten“ vermittelt Patenschaften zwischen engagierten Erwachsenen und Kindern aus dem Kiez rund um das Kottbusser Tor.

Chancengleichheit und mehr Miteinander - das will das Kreuzberger Projekt „Kotti Paten“ fördern. Sozialarbeiterin Laura Bauer und ihr Team vermitteln Patenschaften, um Kinder und Jugendliche rund um den „Kotti“ zu fördern und Nachbarn zusammenzubringen, die sich ohne das Projekt wohl nie begegnet wären.

Potenziale ausschöpfen

Und so kommt ein Paten-Pärchen zusammen: Laura Bauer und ihr Team führen zunächst intensive Vorgespräche auf beiden Seiten. Für die Ehrenamtlichen gibt es zudem einen Vorbereitungs-Workshop, in dem zum Beispiel vorgestellt wird, wie eine Kindheit am Kotti aussieht und was die wichtigsten Aspekte einer Patenschaft sind.

„Die Kotti Paten sind Wegbegleiter und -bereiter für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche - damit diese ihre Potenziale entfalten, Talente entdecken und Perspektiven entwickeln können. Denn viele Kinder im Kiez rund um das Kottbusser Tor wachsen auf ohne ihre Potenziale auch nur annähernd ausschöpfen zu können“, so das Projekt.

Machen Kind und Erwachsener gerne Sport? Oder soll eher das gemeinsame Lernen im Vordergrund stehen? Das Team von Kotti Paten „matcht“ beide Parteien anhand von individuellen Interessen, Fähigkeiten und Bedürfnissen. Das erste Treffen findet in Begleitung der Eltern der Kinder in den Projekträumen im Zentrum Kreuzberg am Kottbusser Tor statt. In den folgenden Wochen gibt es noch drei weitere Kennenlerntreffen zwischen Pate und Patenkind, die vom Kotti Paten Team begleitet werden. Nach erfolgreichem Beschnuppern schließen Kind und Pate eine formlose Patenschaftsvereinbarung und beginnen ihr Tandem.

Zunächst für ein Jahr - oft länger

Die Treffen laufen dann selbstorganisiert ab, die Pärchen können zum Beispiel in den Projekträumen Hausaufgaben machen, spielen, nähen, basteln oder kochen. Aber oft geht es für Pate und Patenkind „raus in die Stadt“ etwa ins Kino, Boot fahren, schwimmen, Fußball spielen oder Trampolin springen.

Beim monatlichen Stammtisch „Pasta für Paten“ können sich die Paten bei Spaghetti und Tomatensoße über ihre Schützlinge austauschen und Ideen für neue Aktivitäten sammeln.

Alle Patenschaften laufen mindestens ein Jahr, einige davon bleiben darüber hinaus bestehen und „werden zu mehr oder weniger lebenslangen Beziehungen“, sagt Bauer. Ungefähr die Hälfte der Patenschaften würden länger laufen.

Da Kotti Paten keine Regelfinanzierung hat, müssen Laura Bauer und ihr Team laufend Fundraising betreiben. Die Personalkosten sind aktuell noch bis Oktober 2017 von der Schweizer Stiftung „Avec et pour lautres“ gedeckt. Kosten wie die Miete für die Räumlichkeiten am Kotti, Sachkosten oder Ausflüge für die Kinder finanziert das Projekt über Spenden.

Vereinsgründung im neuen Jahr

Bauer vermittelt bereits seit Anfang 2012 Lernpatenschaften am Kotti, im September 2013 ist dann das Projekt „Kotti Paten“ entstanden. Aktuell gibt es 30 aktive Tandems, insgesamt hat Kotti Paten schon ungefähr 60 Tandems vermittelt.

Was erwartet die Kotti Paten 2017? „Im kommenden Jahr wird es einige Meilensteine geben“, so Bauer. Ab Januar ist das Projekt offiziell ein Verein, außerdem vermittelt Kotti Paten (dann e.V.) im neuen Jahr in Kooperation mit dem Ausbildungswerk Kreuzberg Mentoren für junge Geflüchtete.

Wer Interesse an einer Patenschaft oder dem Mentorenprogramm hat, kann sich bei Laura Bauer melden: laura.bauer@kotti-paten.de

Bild © Kotti Paten

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