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SoliOli: solidarisches Wirtschaften praktisch machen - in ökologischer Oliven(öl)produktion aus Griechenland

von Lena A
Themen Lebensmittel und Ernährung Wirtschaft Solidarische Ökonomie Soziales
11 August 2016

Die SoliOli-Kampagne agiert für ein solidarisches Europa. Als Antwort auf Versorgungsprobleme und Erwerbslosigkeit unterstützt die SoliOli-Gruppe kleine Produktionsgemeinschaften in Griechenland durch den Direktimport von ökologischem Oliven(öl) nach Berlin. In begleitenden Veranstaltungen soll mit Verbraucher*innen diskutiert werden, wie solidarische Ökonomie ausgebaut und gestärkt werden kann. Wie ist Wirtschaften im Sinne von Kollektivität, Selbstverwaltung, Umweltbewusstsein, Gemeinwohlorientierung und fairem Handel aus einer politischen Instabilität praktisch machbar?

In Zeiten der Krise zeigt sich ein Wandel im ökonomischen System Griechenlands. Als Reaktion auf Einsparungen und sozialstaatliche Einschnitte schließen sich Teile der Bevölkerung in verschiedenen Sektoren zur Selbsthilfe zusammen und gewinnen damit ihre gesellschaftliche Stabilität und Einflussnahme zurück. Das treibt neben den umstrittenen Hilfspakten aus Deutschland eine sozio-ökonomische Transformation von unten und das Knüpfen von Kooperationsnetzwerken regional sowie überregional an.

Aktuell fordert ein Gerichtsurteil des EUGH den griechischen Staat zu Rückzahlungen aus dem Landwirtschaftssektor in Höhe von 425 Millionen Euro auf. Circa 800.000 Bäuer*innen sind laut dpa betroffen. Die in 2009 geleisteten Ausgleichszahlungen, ursprünglich als Kompensation für Schäden durch widrige Witterungsverhältnisse, sind laut Europäischem Gerichtshof rechtswidrig und folglich als unzulässige staatliche Beihilfen eingestuft. Das Urteil führt zu Prostestaktionen von griechischen Landwirt*innen gegen die von der Regierung geplanten Anhebungen der Beiträge für Sozial- und Rentenversicherung, steigende Produktionskosten wie auch niedrige Abnahmepreise.

Die Krise als Chance für mehr Solidarität
Parallel zu den Protesten formieren sich neue Strukturen gen Unabhängigkeit und Nachhaltigkeit in der griechischen Landwirtschaft. In gegenseitiger Unterstützung produzieren und verarbeiten bäuerliche Erzeuger*innengemeinschaften Oliven nach ökologischen Standards. So zum Beispiel die Kooperative Modousa auf Lesbos, gegründet von neun Olivenbäuer*innen im Jahr 2014. Die Herstellung erfolgt traditionell ausschließlich per Hand. Kolovi und Adramitiani Oliven geben dem Bio-Öl seinen aromatischen Geschmack und sind leicht verdaulich. Gleichzeitig bemüht sich die Gruppe ihr Wissen in Workshops weiterzugeben und organisiert kulturelle Veranstaltungen wie Musikfestivals und ökologische Projekte in der Region.

Auch die fünf Mitglieder der Erzeuger*innengemeinschaft Greenland in Messenien suchen im Zuge der Krise nach anderen Lebens- und Arbeitsformen. 2013 ziehen sie deshalb von Athen aufs Land, schließen sich einer größeren Kooperative in Sterna an und verkaufen hauptsächlich an kleine griechische Läden. Mithilfe der SoliOli-Kampagne soll nun auch der Verkauf nach Deutschland starten.

Die Arbeit von SoliOli und ihrer Unterstützer*innen
SoliOli arbeitet unentgeltlich und organisiert gemeinsam mit Solidarity4All die Vernetzung und den Vertrieb der genössenschaftlichen Produkte aus Griechenland. Finanzielle Überschüsse der SoliOli-Kampagne gehen an solidarische Strukturen in Deutschland und/oder Griechenland.
Die Initiative Solidarity4All geht 2013 aus einer sozialen Bewegung in Griechenland hervor. Seitdem fördert sie national wie international Selbstverwaltung und Distributionsnetzwerke auf lange Sicht. Im Fokus stehen Bildung, Gesundheit und Lebensmittelversorgung und deren Integration in ein gerechteres Gesellschafts- und Wirtschaftsmodell.

Natürlich unterstützen auch wir von imWandel e.V. i. G. die SoliOli-Kampagne tatkräftig wo wir nur können. Weiterhin mit dabei sind die Organisationen Attac Berlin, Bündnis Griechenland Solidarität Berlin, das kooperativ e.V., Forum Solidarische Ökonomie e.V., Funkhaus Europa Elliniko Randevou (rbb), Initiative Respekt für Griechenland, NETZ für Selbstverwaltung und Kooperativen Berlin – Brandenburg e.V., Netzwerk Selbsthilfe und Regionalforum Solidarische Ökonomie Berlin – Brandenburg e.V.i.G in Unterstützung der Soli-Oli Gruppe.

Bestellen und abholen
Um Vorauszahlung wird gebeten, weil es sich um eine Solidaritätskampagne mit begrenzten finanziellen Mitteln handelt. Die Bestellung ist noch bis 09.09.2016 auf http://solioli.de/bestellen möglich. Zur Einsparung von Logistikkosten basiert die Kampagne auf dem Selbstabholer-Prinzip. Die Abholdaten sind voraussichtlich 06.-08.10.2016 bei der SoliOli-Kampagne, c/o Schnittstelle in Berlin.

Die Selbstorganisation der lokalen Bevölkerung und die Vernetzung von Kooperativen erweist sich als wichtiges Werkzeug gegen die griechische humanitäre Krise und zunehmende Privatisierungsvorgänge. Das hilft zugleich Verbraucher*innen, hochwertige Produkte zu fairen Preisen durch die Direktabnahme, sprich ohne Zwischenhändler*innen, zu erwerben. Die Beteiligung jeglicher Akteure der SoliOli-Kampagne hat zum Ziel, Solidarische Ökonomie anhand von landwirtschaftlicher Praxis zu diskutieren und auszuweiten. Für diese Zusammenarbeit finden zukünftig Veranstaltungen in Berlin statt.

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