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Porträt

BIW#15 // Flying Roasters

Soziales Wirtschaft

von Tanja Büttner - 22 Februar 2017

Es war die Nachtigall und nicht die Lerche. Und in diesem Fall kann sie es wirklich gewesen sein. Denn für den Frühaufsteher gibt es bei Flying Roasters die Kaffeesorte Nightingale. Ein dunkel gerösteter Espresso, der sich durch seinen lebendigen, kräftigen Körper mit Aromen von Bitterschokolade und gerösteten Haselnüssen auszeichnet. Eine Mischung aus 75 % biologischem angebauten Arabica und 25 % gewaschenem Robusta von Kooperativen in Honduras, Guatemala und Honduras ist das Geheimnis. Und das wissen wir nicht aus dem Kaffeesatz.

Kaffee ist ein Weltprodukt. Wir trinken sogar mehr Kaffee als Mineralwasser. Da wird es langsam mal Zeit sich eingehendere Gedanken zu den Themen Anbau, Import und Qualität zu machen. Flying Roasters ist ein Kaffeekollektiv mit eigener Kaffeerösterei, welches neben dem Rösten und Vertrieb von Kaffee, eine neue Sichtweise auf unser Lieblingsgetränk ermöglicht. Ökologischer Anbau, direkter Handel, kollektives Arbeiten, Qualität und Transparenz sind bei Flying Roasters die fünf Säulen des Kaffees.

Vor drei Jahren entstand die Idee zu einem gemeinsamen Kaffeekollektiv in Form einer Kaffeerösterei – damals noch unter anderem Namen. Zu diesem Zeitpunkt begannen
Olli und Nadine in Hamburg Kaffee bei befreundeten Kaffeeröstereien mit zu rösten. Und vor etwas über einem Jahr haben die Flying Roasters – mit Georg jetzt zu dritt – ihr eigenes Nest im Wedding gebaut und brüten interessante Kaffeebohnenkreationen aus. Die biologisch angebauten Arabica- und Robusta-Bohnen werden nach einem klassischen Trommelröstverfahren mit Liebe geröstet. Dieses ist sorgfältiger und schonender als industriell verwendete Röstverfahren, die eher auf Effizienz ausgelegt sind. Dieses langsame Verfahren wird nicht nur dem Produkt gerechter und macht aus dem Rösten wieder ein echtes Handwerk sondern sorgt ebenfalls für eine bessere Bekömmlichkeit und Aroma des Kaffees.

Flying Roasters geht es nicht nur um guten Kaffee sondern darum verschiedenste Aspekte zu vereinen. Sozialer Anspruch kann mit Qualität Hand in Hand gehen. Deshalb beziehen Flying Roasters ihren Rohkaffee ohne Zwischenstationen direkt von den Kooperativen in den Erzeugerländern. So kann ein direkter und fairer Handel mit sozialen Arbeitsbedingungen von Anbau über Ernte bis hin zur Röstung in Berlin gewährleistet werden. Eben direkt, ökologisch, hochwertig, kollektiv und transparent.

„Man kennt sich.“ merkt Georg als einen der Vorteile an. Denn alle Kooperativen werden nach Möglichkeit einmal im Jahr besucht, um direkt vor Ort über Entwicklungen und Probleme zu sprechen und einen Einblick in die Produktionsbedingungen zu erlangen. Zwischen 6 und 11 Stationen werden bei den Kaffeeflügen nach Äthiopien, Guatemala, Ecuador, Honduras, Sumatra oder Peru gemacht.

Ganz alleine ist diese Aufgabe nur schwer zu bewältigen. Und gemeinsam macht’s dann doch mehr Spaß. So haben sich Flying Roasters mit sechs weiteren Röstereibetrieben zusammengeschlossen: Just Coffee (Roskilde/Dänemark), das Esperanza Café (Paris), Boréal Coffee (Genf), Elephant Beans (Freiburg), die kaffeefabrik (Wien) und röstgrad° (Kleinandelfingen/Schweiz) bilden zusammen mit den Flying Roasters die Vereinigung Roasters United. Zusammen meistern sie die Bürokratie des Imports sowie Zolls und schonen gleichzeitig durch einen effizienteren Transport die Umwelt und die Geldbeutel. Zweimal im Jahr treffen sich alle Röstereien um den neusten Kaffeeklatsch auszutauschen. Und um die nächsten Reisen zu den Kooperativen zu planen. Denn auch das teilen sie sich auf, damit neben den Besuchen bei den Kaffeebauern auch noch Zeit zum Rösten bleibt.

Der Kaffeegourmet hat die Wahl zwischen den Espressosorten Hummingbird, Fire Finch, Blackcap, Nightingale, Goldfinch und Pearl Kit. Soll es doch lieber Filterkaffee sein stehen Funky, Sunbird und Steller’s zur Auswahl. Wer sich lieber erst einmal durch die Sorten durchprobieren will bevor er sich festlegt, kann diese in verschiedenen Cafés – unter anderem im Himmelbeet Café oder in den Prinzessinengärten – tun. Je nach Aufstehzeit oder einfach nach Kaffee- oder Röstgradvorliebe kann so jeder seinen frühen oder späten Vogel für den Morgen finden. Wir haben unseren Lieblingskaffeevogel schon gefunden.

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