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Porträt

BIW#26 // DYCLE

Abfall Produktdesign Circular Economy

von Maria Landmesser - 5 November 2018

Aus Babywindeln, einem der größten Müllprobleme unserer Zeit, sogar noch einen Nutzen für Umwelt und Menschen herauszuholen, ist nicht ohne Grund eine bereits mehrfach ausgezeichnete Idee.

Ayumi Matsuzaka, freischaffende Künstlerin und Gründerin von DYCLE, startete 2010 ein Nährstoffkreislauf-Kunstprojekt: Sie sammelte ihren Urin und bereitete diesen in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern zu Terra Preta-Substrat auf. Terra Preta ist, unter anderem durch die menschlichen Fäkalien, ein besonders fruchtbarer Boden und ermöglicht eine intensive Nutzung. Das entstandene Substrat nutzte Matsuzaka um Salat und Gemüse in den Prinzessinnengärten zu pflanzen – und diese Erzeugnisse am Ende auch zu essen.

Euphorisiert vom durch das Kunstprojekt erzeugten Gefühl von Verbundenheit überlegte sie, wie sie dieses Gefühl mit möglichst vielen Menschen teilen könnte. In dieser Zeit hatte sie Kontakt zu Müttern, die sich aufgrund des ganzen Mülls und der Umweltbelastung, für die die Windeln ihrer Babys sorgen, schlecht fühlten. Allein in Deutschland werden jährlich 500.000 Tonnen Babywindeln verbrannt. So entstand dann 2013 die Idee für DYCLE – den Diaper Cycle oder auf deutsch Windelkreislauf.

Das Ausgangsprodukt dieses Kreislaufes bildet eine Windeleinlage – biobasiert und plastikfrei, nur aus natürlichen Fasern und dadurch 100% biologisch abbaubar ohne Zugabe weiterer Stoffe. Die daraus entstehende nährstoffreiche Erde wird anschließend zur Pflanzung von Obstbäumen genutzt, welche nach einigen Jahren Früchte tragen, die dann von den Familien gegessen werden können.

Von der Windeleinlage zur Gemeinschaft

Doch dieser Nährstoffkreislauf ist nur ein Teil des ganzen Konzepts. Das große Ziel ist ein gemeinschaftsbasiertes Kreislaufsystem mit Jobperspektiven. Die Gemeinschaft bilden hierbei die Familien, die sich einen Sammelplatz für die benutzten Windeleinlagen teilen und die entstehende Erde dann auch gemeinsam zum Pflanzen der Obstbäume nutzen. Denkt man nun einige Jahre weiter – so die Idee – nachdem die Bäume Früchte tragen, könnte die Gemeinschaft aus der Vielfalt der entstandenen Früchte sogar beispielsweise ein Babynahrungsunternehmen aufbauen.

Ein Testversuch wurde letztes Jahr in Pankow gestartet: Zehn Familien testeten erfolgreich die Einlagen und das Sammelsystem – der Beweis, dass das Konzept funktioniert! Aktuell arbeitet das DYCLE-Team an der Produktionskette der Windeleinlagen, um hoffentlich im nächsten Jahr einen kontinuierlichen Betrieb aufnehmen zu können. Das sind doch gute Aussichten, dass DYCLE, wie Ayumi sagt, "ein Teil vom Wandel von Gesellschaft, Ökologie und Wirtschaft wird".

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